Mehr als nur eine Sportstätte

Mit seinem neuen Vereinsheim, das voraussichtlich im kommenden Frühjahr der Fertigstellung entgegensieht, schafft sich der Turn- und Sportverein mehr als nur ein Haus, in dem Sport getrieben wird.

Gelungene Verbindung von Licht und Raum

„Wir wollen nicht, dass unsere Mitglieder nur kommen, Sport treiben und wieder gehen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Jörg Kreuzinger. „Wohlfühlen und Gemeinschaft sind uns mindestens ebenso wichtig“. Diesem Anspruch wird das Gebäude in vieler Beziehung gerecht. So bestechen sowohl die Sporthalle im Erdgeschoss als auch der Turnraum im Obergeschoss durch eine Fensterfront zur Ostseite, die die Räume mit Licht förmlich flutet. Der Ausblick ins Grüne vermittelt ein Gefühl von „draußen in der Natur“. Für die erforderliche Beschattung sollen dünne, gelochte Bahnen aus speziellem Textil – durchlässig, aber von außen schwer einsehbar – sorgen. Direkt angrenzend befindet sich die Gaststätte.

Aber kein Durchblick zur Gaststätte

Auch sie sollte ursprünglich mit einem Fenster an die Halle angebunden sein, aber diese Planung scheiterte letztlich an der Brandschutzverordnung. Da es auch Menschen gibt, die nicht während ihrer Sportstunde beobachtet werden wollen, hatten wir an eine technische Lösung gedacht, dass das Fenster auf Knopfdruck undurchsichtig geworden wäre. Solche Fensterscheiben gibt es, aber sie sind sehr teuer und entsprechen nicht den Brandschutzverordnungen. Somit können wir den Durchbruch in der Wand nicht offen lassen, bedauert Jörg Kreuzinger. Er verschweigt nicht, dass Baufirmen schwer zu bekommen seien und dadurch auch die Preise davonlaufen.

Sparen ja – aber nicht an der Qualität

Es müsse einiges eingespart werden. Beispielsweise können die architektonisch auffälligen Holzpaneele an der Westfassade nicht realisiert werden, sondern es muss bei einem schlichten Verputz bleiben. Dennoch betont er, „es wird nicht an Dingen gespart, die ein attraktiver Sportbetrieb erfordert, sondern Qualität ist immer noch oberstes Gebot.“ Der Sportboden im Untergeschoss wird in puncto Gelenkschonung und Strapazierfähigkeit höchsten Anforderungen gerecht, denn hier sollen nicht nur Kasten, Barren und Weichboden aufgebaut werden, sondern vor allem Kinderfüße laufen. Dasselbe gilt für den Prallschutz an den Wänden. Rund 530 Kinder turnen im TSV in zig verschiedenen Gruppenstunden. Sie sollen hier Domizil finden, während Raumhöhe fordernde Sportarten wie Ringturnen und Volleyball in der Schulturnhalle bleiben. Ein Glanzlicht wird das obere Stockwerk. Der große Saal ist mit einem Vynilboden in Holzoptik ausgelegt, die helle Holzdecke folgt dem Schrägverlauf des Pultdachs.

Multifunktionsraum im Obergeschoss

Dieser Raum bietet sich in zweiter Linie für Vermietungen an anspruchsvolle gesellschaftliche Veranstaltungen an, steht aber in erster Linie dem Raumbedarf des Vereins zur Verfügung. Hier könnten sich „ruhigere“ Gruppen wie Yoga, Rehasport oder Pilates treffen. In den Räumen für Kleingruppen liegen die Feinheiten im Detail. Beispielsweise in überbreiten Fensternischen, die Kinder einladen, es sich dort auf Kissen gemütlich zu machen. Solarmodule auf dem Dach sind bereits installiert.

Solar-Natur-Patenschaft möglich

Für deren Finanzierung hat der Verein das Projetk Solar-Natur-Pate gegründet, indem Interessenten für einzelne Panels eine Patenschaft erwerben können. „Das Projekt läuft gut“, freut sich Kreuzinger. „Der Strom fließt bereits.“ Nähere Auskünfte gibt es beim stellvertretenden Vorsitzenden unter j.kreuzinger@tsv-weingarten.de

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Bilder und Text: Marianne Lother

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